Von der Volksschule zur Grundschule

 

Zur Geschichte der Schule in Andervenne

Bis zum 01.03.1974 bestand die Gemeinde Andervenne aus zwei politisch eigenständigen Gemeinden: Andervenne–Oberdorf und Andervenne– Niederdorf. Die katholische Kirche St. Andreas bildete unter Leitung eines Pfarrers und eines Kirchenvorstands eine gemeinsame Ebene auf der sich die Andervenner Bewohner langsam näherten und sich allmählich das Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelte.

So gab es bis 1960 auch zwei Schulen. Am 15. Juli 1959 wurde dann der Grundstein der gemeinsamen Schule von Andervenne-Oberdorf und der Gemeinde Andervenne - Niederdorf gelegt.

Das Schulgebäude der Gemeinde Andervenne – Niederdorf aus dem Jahre 1876 wurde allmählich zu klein und hatte viele bauliche Mängel. Nach etlichen Diskussionen für oder gegen eine gemeinsame Schule führte schließlich die neue Linienführung der Bundesstraße 214 zur endgültigen Entscheidung. Das Schulgebäude in Oberdorf  musste abgerissen werden. So kam es auf den Gemeinderatssitzung am 23.11.1955 und 25.11.1955 zu folgender Beschlussfassung: „Nach vorhergehender Beratung wurde einstimmig beschlossen: die Gemeinde Andervenne–Oberdorf erklärt sich bereit mit der Gemeinde Andervenne-Niederdorf eine gemeinsame Schule zu bauen auf dem Rosmannschen Grundstück neben der Mühle, falls die finanziellen Kosten vom Gemeinderat als tragbar angesehen werden.“(Zitat aus dem Protokoll der Oberdorfer Gemeinderatsversammlung vom 25.11.1955)

Auf der gemeinsamen Gemeinderatsversammlung am 15.12.1955 heißt es. „Die Gemeinderäte der Gemeinden Andervenne - Oberdorf und Andervenne – Niederdorf haben einstimmig beschlossen, nur dann eine gemeinsame Schule zu bauen, wenn von der Regierung und vom Kreis eine mindestens drei- oder vierklassige Schule bewilligt wird.“ Um nun gemeinsam weiter zu arbeiten, gründete man am 21.02.1959 wie auch in vielen anderen Gemeinden, in denen kleine Schulen aufgelöst und zu größeren zusammenfasst wurden, einen Schulzweckverband. Er übernahm die Trägerschaft über den geplanten Schulneubau.

Im März 1960 wurde die neue Volksschule bezogen. Es war so etwas wie ein Dorfmittelpunkt entstanden; die Kirche auf dem Grund in Niederdorf und die Schule auf dem Grund in Oberdorf.

103 Kinder kamen nun täglich auf dem Rad oder zu Fuß zum Unterricht in die gemeinsame Schule.

Langsam entwickelte sich ein gemeinsames Gemeindebewusstsein.

Gleichzeitig entstanden in beiden Gemeinden neue Siedlungen. So erreichten die Schülerzahlen 1967/68 mit 157 SchülerInnen den höchsten Stand.

Vier Lehrpersonen unterrichteten in Klassenkombinationen 1./3. Jahrgang, 4./5. Jahrgang, 6./7. Jahrgang und 8./9. Jahrgang. Zu dieser Zeit fehlte der 2. Jahrgang, weil die Einschulung vom 1. April auf den 1.August verlegt wurde.

Dem voraus gegangen waren zwei Kurzschuljahre und eine Einschulung hatte es nicht gegeben. Es gab zwei 9. Jahrgänge ( 9. Jg: - Junioren und 9.Jg- Senioren). Für die Senioren endete die Schulpflicht Ostern. Der Jahrgang der 9. Jg-Junioren fuhr seit 1962 nach Freren. Dort waren die 9.Schuljahre zentral zusammengefasst worden.

Eine Wende kam mit der Zentralisierung der Schulen. Den Schülern sollte ein differenziertes gleichwertiges Bildungsangebot zuteil werden. Das niedersächsische Schulsystem gliederte sich auf in:

Primarstufe Jahrgang 1 – 4

Sekundarstufe I Jahrgang 5 – 10

Sekundarstufe II Jahrgang 10 -13

Dies führte zu neuen Schulformen: die selbstständige Grundschule, die Orientierungsstufe und die weiterführenden Schulen: Hauptschule, Realschule und Gymnasium.

Durch den plötzlichen Tod von Hauptlehrer Heinrich Terwolbeck am 25.03.1969 kam es zu einer früheren Abschulung der oberen Jahrgänge. Ab Ostern 1969 besuchten die Jahrgänge 5/8/9 das Schulzentrum in Freren.

Ab 1. August 1969 hatte Andervenne nur noch eine selbständige Grundschule.

Seit 1973 ist nicht mehr der Schulzweckverband Träger der Schule, sondern die Samtgemeinde Freren.

Mit dem Tod des Hauptlehrers Heinrich Terwolbeck wurden Frau Elisabeth Buller die Aufgaben der Schulleitung übertragen. Mit viel Engagement leitete sie bis Ende des Schuljahres 1996/97 diese Schule.

 

Mit dem Schuljahr 1997/98 übernahm Frau Marita Löckner zunächst kommissarisch die Schulleitung und wurde im November 1998 zur Schulleiterin ernannt.